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WIEN WO UND WOHIN?!
Die Zukunft der Stadt
GESPRÄCH TEIL 1


Wolf D. Prix, Coop (Himmelb(l)au)
und Doris Lippitsch moderierten in
drei Runden
teilweise intensive –
teilweise inkohärente –
aber immer interessante Gespräche
zwischen 15 Architekten aus Wien.
Ausgewälte Texte erschienen im
QUER Nr. 2/2013
auch unter www.quer-magazin.at

Sechs Experten nahmen teil:
B     Herbert Binder, ehem. Leiter der MA 21-B
D     Jakob Dunkl, Querkraft
H     Dieter Henke, Henke & Schreieck
L     Rüdiger Lainer, Lainer + Partner
Q     Doris Lippitsch, QUER
P     Wolf D. Prix, COOP HIMMELB(L)AU



Im Folgenden
Die vollständigen Äußerungen von B
Kursiv gestellte Texte wurden in dieser Quer-Ausgabe nicht aufgenommen
Die in Rot gehaltenen Textabschnitte betreffen Äußerungen zu Stadtentwicklungsfragen und im Besonderen zur Bodenfrage


Einleitung: P

D, L, Q, L, Q

B, jetzt Architekt und Berater für Stadtentwicklungsfragen:
Ich würde das nicht ganz so als Angst bezeichnen,
man muss das auch im geschichtlichen Kontext sehen. Wien war eine Verwaltungshauptstadt von einem großen Reich und wir waren also stark „verbeamtet". Das ist die Ausgangssituation. In der damaligen „Welthauptstadt" der ehemaligen Monarchie wurden die großen Bauten, insbesondere öffentliche Bauten fast ausufernd, manchmal protzend, bereits errichtet. Diese sind also schon vor unserer Zeit entstanden und man hat im Vergleich zu anderen Städten und aufgrund der Tatsache dass Wien schrumpfte weniger aufstellen müssen, hier und da was Kleines. Das neue AHK und die Uno-City waren Ausnahmen. Des Weiteren ist noch darauf hinzuweisen, dass der Kommunale Wohnbau, der Wiederaufbau, aber auch hier in Wien die „große Maschine des Plattenwohnbaus" vor 40, 50 Jahren das Stadtbild vor allem am Stadtrand recht stark mitgeprägt hat.
All diese historischen Zwänge – ich will jetzt nicht Lasten sagen – waren nicht unwesentlich für diese Millionenstadt, die ja auch 10 Jahre lang etwas isoliert, inselartig in der sowjetischen Zone lag, ähnlich wie Berlin. Das sind ein paar Ursachen, warum man hier vielleicht manchmal etwas zögerlicher ist als anderswo.
Dies sitzt tief in der „Wiener Mentalität". Es ist dies aber auch nicht schlecht so.
Als ich in den 1960ern nach Wien gekommen bin, war da schon eher „tote Hose". Allmählich hat sich aber im Aufholungsgang einiges geöffnet und entwickelt, denn so aus dem Stand kann man nicht gleich „100 fahren"!

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